FAQ Geldkarte

Hintergrund des Rückzugs aus dem Geldkarten-System

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Was ist die Geldkarte?

 

 

Die Geldkarte - auch "elektronische Geldbörse" genannt - ist eine Anwendung auf dem

Chip der VR-BankCard. Sie wurde 1996 für die Bezahlung von Kleinbeträgen eingeführt.

Bei der GeldKarte handelt es sich um ein Prepaid-Verfahren, bei dem der Kunde bis zu

200 Euro auf seine VR-BankCard aufladen kann.

Die GeldKarte ist bei bis zu 420.000 Akzeptanzstellen einsetzbar, vorwiegend an

Automaten, in Kantinen oder im Einzelhandel. Beim Einsatz der GeldKarte erfolgen die

Zahlungen zu 100 % offline, so dass sich der Einsatz insbesondere im Automatenumfeld

anbietet.

 

 

 

 

 

 

 

2. Warum wird die genossenschaftliche FinanzGruppe die GeldKarte auf der VRBankCard zukünftig nicht mehr anbieten?

 

 

 

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Prepaid-Verfahren vom Kunden nur wenig

genutzt werden. Dies traf insbesondere auch auf die GeldKarte zu. Auch im

Automatenbereich, der für den Einsatz der GeldKarte als Kleinbetragszahlungsinstrument

prädestiniert ist, wird nach wie vor durch die Kunden meist mit Bargeld bezahlt. Im

Ergebnis hat die GeldKarte nur sehr geringe Nutzungszahlen.

Hieraus ergab sich eine negative Kosten-Nutzen-Rechnung, so dass das System GeldKarte

durch die genossenschaftliche FinanzGruppe nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte.

Im Gegensatz zu girocard (electronic cash) konnte die GeldKarte keine relevanten

Marktanteile gewinnen – auch nicht im Automatenbereich. Der weitere subventionierte

Betrieb des Systems für nur wenige aktive Nutzer ist weder aus betriebswirtschaftlicher

noch aus strategischer Sicht sinnvoll und würde zu Lasten anderer Produkte und

Innovationen gehen. Auch Anforderungen der Regulierung (SEPA, Geldwäsche,

Datenschutz etc.) haben zu dieser Entscheidung geführt.

 

 

 

 

 

 

3. Wie sieht der Zeitplan der genossenschaftlichen FinanzGruppe für den Rückzug aus

dem GeldKarte-System aus?

 

 

 

 

 

Die GeldKarte wird schrittweise aus dem Markt genommen. Ab dem 1. Oktober 2014

werden Ersatzkarten (nach Kartenverlust, Diebstahl, Defekt oder wegen Namensänderung)

und Karten für Neukunden standardmäßig ohne GeldKarte-Funktion ausgeliefert. Karten

mit Verfallsdatum 12/2014 oder später werden im Rahmen des Regelaustausches ebenfalls

standardmäßig ohne GeldKarte-Funktion ausgegeben.

Spätestens ab dem 1. Januar 2018 befinden sich damit keine gültigen VR-BankCards mehr

im Markt, die die GeldKarte-Funktion unterstützen. Karten mit Verfallsdatum 12/2017

können noch bis zum 30. Juni 2018 zum Bezahlen mit der GeldKarte genutzt werden,

wenn sich noch ein Restguthaben auf dem Chip befindet. Das Aufladen dieser Karten wird

ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr möglich sein.

 

 

 

 

 

4. Wird die Sparkassen-Finanzgruppe die GeldKarte auch nicht mehr anbieten?

 

 

 

 

 

Die Sparkassen-Finanzgruppe wird die GeldKarte weiterhin anbieten. Der Vertrieb der

Sparkassen konzentriert sich jedoch weniger auf die kontaktbehaftete GeldKarte, sondern

auf girogo als Kontaktlos-Verfahren auf Basis der GeldKarte.

An dem im April 2012 initiierten Pilotprojekt girogo mit der GeldKarte (prepaid) hat sich

die genossenschaftliche FinanzGruppe mit rund 225.000 VR-BankCards beteiligt. Das

Pilotprojekt wurde ergebnisoffen geführt und die Teilnahme der genossenschaftlichen

FinanzGruppe ist zum 31.Dezember 2013 ausgelaufen. Für die genossenschaftliche

FinanzGruppe steht fest, dass sie das kontaktlose Bezahlen ab 2015 auf der girocard

(Debitkarte) im Pilotverfahren testen will.

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf die Funktionalität:

5. Die genossenschaftliche FinanzGruppe wird das System GeldKarte zukünftig nicht

mehr anbieten. Welche Funktionen sind hiervon betroffen?

 

 

 

 

 

Vom Rückzug aus dem System GeldKarte ist ausschließlich die Bezahlfunktion GeldKarte

auf allen VR-BankCards sowie auf kontoungebundenen GeldKarte-Karten betroffen, die

durch Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe ausgegeben werden, d. h. Karten

ohne GeldKarte-Funktion können nicht mehr geladen und auch nicht mehr zum Bezahlen

eingesetzt werden.

 

 

 

 

 

6. Welche Funktionen sind auch weiterhin nutzbar, wenn meine VR-BankCard die

GeldKarte-Funktion nicht mehr unterstützt?

 

 

 

 

 

Alle Funktionen des Chips der heutigen VR-BankCard über die eigentliche Prepaid-Börse

GeldKarte hinaus sind nicht von dem Rückzug aus dem System GeldKarte betroffen, d. h.

die VR-BankCard kann auch zukünftig für die Altersverifikation (Jugendschutzmerkmal)

z. B. am Zigarettenautomaten und zum Speichern von Bonuspunkten und

Kundeninformationen (Marktplatz) oder dem Hinterlegen von Fahrscheinen (Fahrschein)

genutzt werden.

 

 

 

 

 

 

7. Kann ich meine Karte jetzt noch austauschen lassen, um die GeldKarte bis Ende 2017

zu nutzen?

 

 

 

 

 

Einige Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe werden zukünftig auf speziellen

Kundenwunsch eine VR-BankCard mit GeldKarte-Funktion ausgeben (On Demand). Die

Laufzeit dieser Karten ist jedoch grundsätzlich auf 12/2017 beschränkt, d. h. ab 01.10.2014

können nur noch Karten mit einer verkürzten Laufzeit ausgegeben werden. Ein

kurzfristiger vorzeitiger Austausch der noch gültigen Karte ist nur dann sinnvoll, wenn Ihr

Institut keine gesonderte VR-BankCard mit GeldKarte-Funktion mehr ausgeben sollte und

Ihre Bank Austauschkarten nicht mit einem Laufzeitende kleiner 2018 ausgibt. Bitte

wenden Sie sich an Ihr Karten ausgebendes Institut, dass Sie gerne bei der Wahl Ihrer VRBankCard

berät.

 

 

 

 

 

8. Was muss ich mit Blick auf die GeldKarte zum Ende der Laufzeit meiner VR-BankCard

beachten?

 

 

 

 

 

Wenn Sie die GeldKarte Ihrer VR-BankCard aktiv genutzt haben, befindet sich im Regelfall

noch ein Restguthaben auf der Karte. Das aktuelle Guthaben können Sie beispielsweise mit

einem Taschenkartenleser (z. B. TAN-Generator) oder am Geldautomaten abfragen.

Darüber hinaus wird das Restguthaben bei jedem Bezahl- und Ladevorgang durch das

Terminal bzw. den Automaten angezeigt.

Bitte entladen Sie Ihre GeldKarte frühzeitig, wenn noch Restguthaben vorhanden ist.

 

 

 

 

 

9. Wie bekomme ich mein aufgeladenes Guthaben zurück? Wie kann ich meine VRBankCard

entladen?

 

 

 

 

 

Wenn Sie das Restguthaben auf der VR-BankCard nicht mehr zum Bezahlen einsetzen

wollen, können Sie es am Geldautomaten Ihrer Bank entladen. Es wird dann dem der Karte

zugeordneten Girokonto gutgeschrieben. Dies ist bis zu 3 Monate nach Erreichen des

Laufzeitendes (auf der Karte „gültig bis“) möglich. Sollten Sie es versäumt haben, die Karte

innerhalb dieser Frist zu entladen, eine Entladung jedoch wünschen, wenden Sie sich bitte

an Ihren Kundenberater.

 

 

 

 

 

10. Ich nutze derzeit girogo mit meiner VR-BankCard? Werde ich dies auch weiterhin tun können?

 

 

 

 

 

Der girogo-Pilot in der Region Hannover-Braunschweig-Wolfsburg endete am 31.12.2013.

Die sich während der fast 2-jährigen Pilotphase nur sehr langsam entwickelnden

Nutzungsquoten von girogo sowie die mäßige Entwicklung auf Akzeptanzseite haben

innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht zu einer Empfehlung zur

standardisierten Ausgabe von girogo auf allen VR-BankCards geführt. Dementsprechend

wird girogo (GeldKarte kontaktlos) gemeinsam mit der GeldKarte bis Ende 2017 auslaufen.

 

 

 

 

 

 

11. Wie kann ich zukünftig in einer Kantine oder Mensa, im ÖPNV, im Stadion bezahlen?

 

 

 

 

 

Die Akzeptanz im ÖPNV ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Stattdessen

wird standardmäßig die Akzeptanz der girocard forciert.

In Stadien oder Arenen werden i. d. R. eigene kontoungebundene GeldKarten- oder

girogo-Karten durch Sparkassen oder Privatbanken ausgegeben. Diese Karten können

durch Kunden der genossenschaftlichen FinanzGruppe weiterhin problemlos zum Bezahlen

eingesetzt und geladen werden.

Für Schulkantinenlösungen bietet der DG Verlag Lösungsmöglichkeiten an.

 

 

 

 

 

12. Wird es seitens der genossenschaftlichen FinanzGruppe einen Ersatz für das Bezahlen von Kleinbeträgen mit der Karte geben?

 

 

 

 

 

Die genossenschaftliche FinanzGruppe sieht im girocard-System auch eine

vielversprechende Lösung für Kleinbetragszahlungen, wenn die Zahlungen bis 20 Euro

kontaktlos und ohne PIN abgewickelt werden können. Hierdurch kann die Anforderung

des Aufladens vor dem Bezahlen entfallen, die ein wesentliches Hemmnis für den

erfolgreichen Einsatz der GeldKarte und von girogo darstellt. Daher wird die

genossenschaftliche FinanzGruppe voraussichtlich 2015 ein Pilotprojekt „VR-BankCard

kontaktlos“ in der Region Kassel/Göttingen starten. Sollte dieser erfolgreich verlaufen, wird

die Kontaktlosfunktionalität voraussichtlich als Standard auf allen VR-BankCards zur

Verfügung gestellt werden.

 

 

 

 

 

Sonderlösungen:

13. Die GeldKarte wird bei meinen Kindern in der Schulverpflegung eingesetzt. Wie

können meine Kinder zukünftig an der Schulverpflegung teilnehmen?

 

 

 

 

 

In der Schul- bzw. Pausenverpflegung kommen verschiedene Systeme zum Einsatz. Einige

nutzen die VR-BankCard oder alternative Kartenplattformen nur zur Identifizierung des

Kunden (des Kindes), die eigentliche Bezahlung wird hierbei über andere Mechanismen als

die GeldKarte abgewickelt. Diese Systeme sind vom GeldKarte-Rückzug der

genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht betroffen. Teilweise wird die GeldKarte jedoch

auch zum Bezahlen der Schul- oder Pausenverpflegung eingesetzt. Dabei sind heute auch

noch Verfahren im Einsatz, die keine alternativen Bezahlverfahren wie z. B. Bargeld zur

Verfügung stellen. Die genossenschaftliche FinanzGruppe hat alle Unternehmen, die

Systeme zur Schulverpflegung vertreiben, über den Ausstieg aus dem System GeldKarte

und die Rahmenbedingungen informiert. Gleichzeitig gehen die genossenschaftlichen

Banken vor Ort auf Schulen zu, von denen bekannt ist, dass ausschließlich auf GeldKarte

basierende Lösungen im Einsatz sind, um gemeinsam mit den Schulen Alternativen zu

finden, die allen Schülern gleichermaßen die Möglichkeit zum Bezahlen der Schul- und

Pausenverpflegung geben.

Mittelfristig kann eine Systemumstellung auf alternative Zahlungsverfahren oder

Abrechnungssysteme erfolgen.

 

 

 

 

 

 

14. In einem von mir genutztem Parkhaus wird die GeldKarte für sogenanntes Check-In-

Check-Out-Bezahlen genutzt. Kann ich zukünftig hieran nicht mehr teilnehmen?

 

 

 

 

 

Die Geldkarte kann bis max. 12/2017 für das Bezahlen im Parkhaus genutzt werden. Im

Parkhaus werden neben der GeldKarte immer auch Bargeld und ggf. auch weitere

Zahlungsmittel wie girocard und Kreditkarte akzeptiert, so dass weiterhin gewährleistet ist,

dass Kunden der genossenschaftlichen FinanzGruppe ebenfalls bezahlen können.